Der Mythos „Fitness für Frauen“

Ich habe ein kleines Büchlein in die Hände bekommen: „Fitness für Frauen“. Schon wieder dieser ärgerliche, weil unsinnige Mythos. Trotzdem habe ich es durchgelesen, und musste lachen.

Warum? Weil zwar der Titel „Fitness für Frauen“ verspricht, aber im Innenteil konsequent vermieden wird, auch nur ein Wort zu spezifischer Fitness für Frauen zu sagen. Und das ist auch richtig so, und der Titel ist schlicht ein Marketing-Trick, weil es den Mythos nun einmal gibt.

Der Reihe nach. Nach dem Vorwort kam das erste Kapitel: „Muskelaufbau bei Frauen – Was Du beim Krafttraining & Abnehmen unbedingt beachten musst“.

Ich war erleichtert. Zumindest wird Frauen von Anfang an „Muskelaufbau“ und „Krafttraining“ empfohlen. Das ist nämlich eine ganz wichtige Erkenntnis. Auch wenn sich „Muskelaufbau“ nach Bodybuilding „nur für Männer“ anhört, es ist dasselbe Ziel auch für Frauen, denn auch wenn sich „Bauch, Beine, Po“ nach „weiblichen Problemzonen“ anhört, es geht um Muskeln, und nichts anderes.

Muskelaufbau für Frauen

Ich möchte nun aus diesem Kapitel zitieren:

Und liebe Mädels glaubt mir eins, die Trainingsmethoden der Männer unterscheiden sich gar nicht so sehr zu unseren.

Das steht schon auf Seite 7. Wie gesagt: Der Buchtitel ist „Fitness für Frauen“.

Wenn man das Buch ganz gelesen hat, gelangt man zur Erkenntnis, dass mit „gar nicht so sehr“ in Wahrheit „überhaupt nicht“ gemeint ist.

Frauen und Männer haben nun einmal diesselben Muskeln. Warum sollten sich die Übungen unterscheiden, um diese Muskeln zu trainieren?

Weiter kann man lesen:

Grundsätzlich kann man sagen, dass Frauen verarscht werden, was das Training angeht.

Dem kann ich nur zustimmen. Training mit leichten Gewichten, ausgiebiges „Steady-State-Cardio„, Aerobic-Kurse – das ist alles Blödsinn, wenn es einer Frau darum geht, ihre Figur zu verbessern, und ihren Körper durch starke Muskeln zu schützen.

Wenn Du Dir anschaust, was eine Sophia Thiel oder eine Pamela Reif machen, siehst Du, was ich meine: An deren Trainingsmethoden kann sich jeder Mann ein Beispiel nehmen. Es gibt keinen Unterschied.

Die unbegründete Angst vor „zu viel Muskeln“

Ich denke, der Mythos kommt daher, dass Frauen tendenziell Angst vor Muskeln haben. Woher auch immer diese Angst kommt. Sicher nicht daher, dass es so viele Frauen gibt, die mit Gewichten trainieren und aussehen wie gedopte Gewichtheberinnen.

Im Büchlein ist es wie folgt zusammengefasst:

Aus Angst davor, ein muskelbepacktes Ungetüm zu werden, gehen viele Damen sehr empfindlich an das Training heran.

Das bringt es auf den Punkt. Diese Trainingsprogramme, bei denen „Frau“ mit 1kg-Hanteln im Rhythmus einer netten Musik fließende Bewegungen macht – das ist einfach nur Zeitverschwendung, und führt unweigerlich zu Enttäuschungen.

Liebe Frauen, macht Krafttraining. Mit Gewichten, die ihr nach dem Prinzip der progressiven Überlastung steigert. Wie die Männer. Ihr werdet nicht „aus Versehen“ plötzlich wie eine unweibliche Maschine aussehen.

Das lassen alleine schon Eure Hormone gar nicht zu.

Und gerade deshalb ist auch besonders für Euch jedes „niedrig-intensive“ Training völliger Blödsinn. Ihr werdet keine Effekte sehen, wenn ihr nicht netto 5h oder mehr je Woche trainiert.

Am Ende des Büchleins heißt es schließlich (nachdem Trainingsmethoden wie Power-Yoga und Eigenkörpergewichtstraining vorgestellt wurden, die genauso gut von Männern verwendet werden könnten):

Für ein wünschenswertes Ergebnis empfiehlt sich ein Trainingsplan. Hierbei kannst Du auch ohne Weiteres einen Trainingsplan für Männer verwenden.

Ich kenne zwar keinen Trainingsplan „für Männer“, aber in der Sache kann ich dem nur zustimmen.

„Fitness für Frauen“, das ist ein falscher, alberner und ärgerlicher Mythos, weil (auch da stimme ich dem Büchlein zu) viele Frauen damit verarscht und trotz großer Disziplin um die Erfolge gebracht werden, die sich mit Krafttraining in einem Bruchteil der Zeit eingestellt hätten.

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Dr. Benjamin Erhardt Dr. Benjamin Erhardt ist Familienvater, Unternehmer und Statistiker. BESTFORMING hatte er ursprünglich für sich selbst entwickelt, um gesunde Ernährung und Fitness mit seinem Alltag vereinen zu können. Sein persönliches Lebensziel: Gesund, fit und glücklich 110 Jahre alt werden.

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