Das leidige, aber wichtige Thema Vollkorn

Vollkorn ist Getreide, bei dem Keimling und Schale erhalten sind. Dadurch bleiben Ballaststoffe, Vitamine, Öle und Mineralstoffe erhalten, und das wiederum ist sehr gesundheitsförderlich.

Aber warum hat der Mensch dann überhaupt begonnen, Getreide so stark zu verarbeiten, dass aus Vollkorn weißeres Mehl wurde? Weil das vielen besser schmeckt. Besteht eine gesunde mediterrane Ernährung nur aus Vollkornprodukten? Nein, kein 100-jähriger sardischer Bergbauer isst Vollkorn-Pasta oder Vollkorn-Pizza!

Warum Vollkorn „besser“ ist

Da wäre zuallerst die durch die Ballaststoffe verbesserte Sättigung. Die Ballaststoffe tragen dazu bei, dass der Anstieg des Blutzuckerspiegels im Vergleich zu „weißem Mehl“ moderater ausfällt. Die Folge: Vollkorn erleichtert es ungemein, Übergewicht zu vermeiden oder abzuzunehmen.

Die im Vollkorn erhaltenen Öle sind wertvoll, da der Gehalt an essenziellen Fettsäuren sehr hoch ist. Ein weiterer relevanter Vorteil zu „ausgemahlenem Mehl“.

Vollkornprodukte beugen Diabetes vor, und lindern auch die Beschwerden, wenn man bereits an Diabetes erkrankt ist.

Die im Vollkornmehl enthaltenen Ballaststoffe regen die Verdauung an und beugen Verstopfung vor. Außerdem tragen sie dazu bei, die Darmflora zu regulieren, die Darmschleimhaut zu regenerieren, die Blutfettwerte zu senken und Dickdarmkrebs vorzubeugen.

Schließlich zeigen Beobachtungsstudien, dass ein erhöhter Vollkornverzehr das Risiko reduziert, an einem Herzinfarkt zu sterben.

Vollkorn ist „besser“ als weißes Mehl, das darf heute als Tatsache gelten, wenn man mit besser „gesünder“ meint.

Vollkorn nachhaltig im Alltag verankern

Wie bei so vielem, wo wurde auch aus Vollkorn schnell ein Prinzip: „Im Zweifel immer die Vollkorn-Variante, dann bist Du auf der sicheren Seite.“

Und genau das ist ein Trugschluss. Denn Vollkornprodukte schmecken anders. Wenn Dir die Vollkornvarianten immer besser schmecken, umso besser.

Meine Empfehlung: Iss das an Vollkorn, was Dir wirklich schmeckt. Und verankere dies in Deinem Alltag. Und genieße all das, bei dem Du wegen Deines Genusses nicht die Vollkornvariante wählst.

Wie so vieles, so ist auch das Thema Vollkorn zum Scheitern verurteilt, wenn es sich für Dich wie dauerhafter Verzicht anfühlt.

Erfolgsversprechend ist nur der Ansatz, nach Vollkornprodukten zu suchen, die Dir wirklich schmecken, und diese dann vermehrt in die Ernährung Deines Alltags einzubauen.

Vollkorn oder nicht Vollkorn bei Brot, Flocken, Pasta & Co.

Ich denke, es ist hilfreich, wenn ich abschließend erzähle, wie ich es heute mit Vollkorn halte.

Ich habe alles ausprobiert, was es an Vollkorn gibt. Was mich überrascht hat: Ich entdeckte viele Dinge, die mir „als Vollkorn“ besser schmecken als in der „Weißmehl-Variante“.

Aber noch mehr: Ich bemerkte, dass ich grundsätzlich Dinkel-Vollkornprodukte lieber mag als Weizen-Vollkornprodukte.

Vollkorn in meinem Alltag: Brötchen, Brot, Zwieback, Flocken und Toast

Heute weiß ich, dass meine Lieblingsbrötchen die „Dinkelvollkornkrustis“ vom Bäcker auf dem Wochenmarkt sind. Und dass ich auch bei Brot die Dinkelvollkorn-Variante am liebsten mag.

Dasselbe gilt für Zwieback. Ich liebe Dinkel-Vollkornzwieback. Und das, wo ich normalen Weizen-Zwieback und auch Weizen-Vollkornzwieback überhaupt nicht mag.

Bei Flocken habe ich festgestellt, dass ich im Müsli keinen Unterschied zwischen Vollkorn und Nicht-Vollkorn wahrnehme, also wähle ich auch hier die Vollkorn-Variante.

Bleibt schließlich Toast, eines meiner Grundnahrungsmittel. Ich mag Vollkorn-Toast lieber als Weißmehl-Toast.

Weißmehl in meinem Alltag: Pizza und Pasta

Egal, welche Marke und Machart ich auch ausprobiert habe: Ich mag einfach keine Vollkorn-Pasta. Das fängt bei der Konsistenz an und endet beim Geschmack.

Und egal, wie viele Rezepte ich für einen Vollkorn-Pizzateig auch ausprobiert habe (selbstgemachte Pizza gibt es bei mir eigentlich jede Woche): Eine Vollkorn-Pizza kommt einfach nicht an eine Pizza mit einem original italienischen Teig heran.

Und irgendwann habe ich aufgehört zu suchen. Wann genau? Als mir bewusst wurde, dass eben auch der „berühmte“ 100-jährige sardische Bergbauer keine Vollkorn-Pasta isst.

Warum? Weil er gar nicht auf die Idee käme. Und aus gesundheitlicher Sicht: Weil es nicht kriegsentscheidend ist. Und schließlich, weil beim Essen der Genuss nicht verloren gehen darf, wenn die Ernährung für ein ganzes Leben geeignet sein soll.

Pizza und Pasta: Bei diesen beiden Lebensmitteln kommt bei mir nur komplett ausgemahlenes Weißmehl auf den Tisch.

Bei Brötchen, Brot, Zwieback, Flocken und Toast wie erläutert nur Vollkorn.

Kann ich das ein Leben lang durchhalten, ohne Verzicht zu spüren? Ja, weil ich so nur Getreideprodukte esse, die ich wirklich mag. So kann ich genießen, ohne zu verzichten, und habe in meinem Alltag so viel Vollkorn etabliert, wie es mir möglich ist, ohne den Genuss zu gefährden.

Und das ist meiner festen Überzeugung nach der entscheidende Punkt, um den es beim Thema Vollkorn geht.

Dr. Benjamin Erhardt Dr. Benjamin Erhardt ist Familienvater, Unternehmer und Statistiker. BESTFORMING hatte er ursprünglich für sich selbst entwickelt, um gesunde Ernährung und Fitness mit seinem Alltag vereinen zu können. Sein persönliches Lebensziel: Gesund, fit und glücklich 110 Jahre alt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.