Ein geringer Bauchumfang senkt das Sterberisiko!

Auch dann, wenn Du laut BMI normalgewichtig bist, kann Dein Bauchumfang ein erhebliches Gesundheits- und damit Sterberisiko darstellen. Und das kann man in ganz konkreten Zahlen ausdrücken: Du kannst also direkt nachmessen!

Leider ist nämlich ausgerechnet das Körperfett in der Bauchregion besonders ungünstig für Deine Gesundheit. Es geht nicht nur mit einem drastisch erhöhten Risiko von Diabetes, Entzündungen und abnormalen Cholesterinwerten, sondern auch einem erhöhten Sterberisiko einher.

Wie ist Dein Bauchumfang zu beurteilen

Nimm Dir ein Maßband und miss Deinen Bauchumfang bzw. Taillenumfang. Der Bauchumfang ist der Umfang in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und der Oberkante des Hüftknochens bzw. Beckenkamms.

Das Maßband liegt also zwischen diesen Knochen, etwas in der Höhe des Bauchnabels oder leicht darüber.

Deinen Bauchumfang kannst Du auf Basis des wissenschaftlich belegten Stands grob ausgedrückt wie folgt interpretieren:

Frauen Männer Bedeutung
>110cm >120cm Drastisch erhöhtes Sterberisiko
88-110cm 102-120cm Deutlich erhöhtes Sterberisiko
80-88cm 94-102cm Erhöhtes Sterberisiko
75-80cm 90-94cm Erhöhtes Krankheitsrisiko
71-75cm 86-90cm Leicht erhöhtes Krankheitsrisiko
<71 cm <86cm Minimales Risiko

Die Studienergebnisse zum doppelt so hohen Sterberisiko durch zu viel Bauchfett

In der ersten aufsehenerregenden Studien der Amerikanischen Krebsgesellschaft mit 14.647 Personen zeigte sich ein doppelt so hohes Sterberisiko für folgende Bauchumfänge:

Frauen | Ein doppelt so hohes Sterberisiko bei einem Bauchumfang von mehr als 110cm im Vergleich zu maximal 75cm

Männer | Ein doppelt so hohes Sterberisiko bei einem Bauchumfang von mehr als 120cm im Vergleich zu maximal 90cm

Und das völlig unabhängig von einem vermeintlichen „Normalgewicht“ laut BMI, und auch unabhängig von Größe und Alter.

Der Grund ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt und Gegenstand diverser Forschungsrichtungen. Sicher ist nur, dass diese Zusammenhänge wiederholbar belegt werden können.

So wurde aufgrund der erschreckenden Erkenntnisse eine weitere, noch viel umfangreichere Studie durchgeführt, die für einen Zeitraum von 10 Jahren insgesamt 359.000 Personen berücksichtigte.

Das Ergebnis bestätigte die bisherigen Ergebnisse, war allerdings sogar noch drastischer:

Frauen | Ein doppelt so hohes Sterberisiko bei einem Bauchumfang von mehr als 88cm im Vergleich zu maximal 71cm

Männer | Ein doppelt so hohes Sterberisiko bei einem Bauchumfang von mehr als 102cm im Vergleich zu maximal 86cm

Auch hier zeigte sich, dass dies selbst dann gilt, wenn eine Person laut BMI im vermeintlich unkritischen Bereich lag (also einen BMI von unter 25 hatte).

Die Wahrheit ist nicht immer angenehm

Ich weiß, dass diese konkreten Zahlen „weh tun“. Für viele müsste das bedeuteten, dass es nicht um „ein bisschen“ abnehmen geht, wenn der Verlust von Körperfett einen erheblichen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben soll.

Und ja, das bedeutet es leider. Es geht um einen Lebenswandel, für den man sich aktiv entscheiden muss.

Ein Bauchumfang von maximal 71cm für Frauen und maximal 86cm für Männer: Ja, das ist wirklich wenig. Und es ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Wahrheit nicht immer angenehm ist.

Und auch, wenn wir nicht auf die optimalen maximalen Werte schauen, sondern auf diejenigen, die heute als zweifelsfrei gesundheitsschädlich gelten, bleibt das Bild eindeutig.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfielt ausdrücklich einen Bauchumfang von weniger als 88cm bei Frauen, und von weniger als 102cm bei Männern.

Es ist kein Zufall, dass dies die Untergrenzen des „kritischen Bereichs“ in der erwähnten Massen-Studie mit 359.000 Personen sind.

Auf Wikipedia findet man neben diesen absoluten Obergrenzen für ein „deutliches erhöhtes Risiko“ auch schon „einen wichtigen Risikofaktor“ bei einem erhöhten Bauchumfang bei Frauen von über 80cm und bei Männern von über 94cm. Dies Zahlen stammen aus einer weiteren umfangreichen Studie aus dem Jahr 1995, auch diese kommt zum bereits bekannten eindeutigen Ergebnis.

Es gibt kein Adipositas-Paradoxon

Zum Abschluss muss an dieser Stelle noch das sogenannte „Adipositas-Paradoxon“ aufgegriffen werden, das in den letzten Jahren immer wieder in den Medien auftauchte.

Das angebliche Paradoxon: Zu dicke Menschen sterben früher, aber auch zu dünne Menschen.

Die Behauptung geht auf ein einzelnes (wie so oft!) Studien-Ergebnis zurück, dass Menschen mit Übergewicht (BMI 25-30) ein um 6 Prozent niedrigeres Risiko auf einen vorzeitigen Tod haben als Normalgewichtige (BMI 18,5-25).

Und dieses Ergebnis lieferte vielen eine willkommene Argumentationsgrundlage, dass „zu dünn“ eben auch nichts sei. Am Ende die perfekte Rechtfertigung für „leichtes Übergewicht“, und genau deshalb hat diese Studie vermutlich auch so viel Aufmerksamkeit erhalten.

Die Global BMI Mortality Collaboration, ein Team von 500 Forschern aus 300 Instituten, widerlegte dieses Ergebnis im Jahr 2016. Endlich! Es wurden die Ergebnisse aus 239 Studien mit 10,6 Millionen Teilnehmern ausgewertet. Es wurden hierbei eine Reihe von Verzerrungen vermieden (z.B. die Nicht-Berücksichtigung von Rauchen, Bewegungsmangel und Alkoholkonsum), und schon war das Paradoxon verschwunden.

Es gibt kein Adipositas-Paradoxon!

Was aber auch diese riesige Studie belegte: Frauen mit einem Bauchumfang von weniger als 71cm, und Männer mit einem Bauchumfang von unter weniger als 86cm haben ein minimales Sterberisiko, unabhängig von ihrem BMI.

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Dr. Benjamin Erhardt Dr. Benjamin Erhardt ist Familienvater, Unternehmer und Statistiker. BESTFORMING hatte er ursprünglich für sich selbst entwickelt, um gesunde Ernährung und Fitness mit seinem Alltag vereinen zu können. Sein persönliches Lebensziel: Gesund, fit und glücklich 110 Jahre alt werden.

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